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Die Biskirchener tragen ihren Necknamen mit Stolz

(von Matthias Diehl)


Meist haben die Scherz- und Necknamen der Ortschaften im Lahn-Dill-Gebiet einen Negativtouch, denkt man an „Glockeschisser“, „Erbsezähler“ und „Knullaache“.

Für Biskirchen trifft dies jedoch nicht zu. Dem Reichtum an guten Mineralquellen verdankt der Leuner Stadtteil seinen Necknamen. Da sich in der Gemeinde an der Lahn-Ulm-Mündung vieles ums Heilwasser dreht, nennt man die Bewohner „Wassermänner“. Man trägt den Namen mit Stolz, auch über die heimischen Grenzen hinaus.


Freizeit-Clubs schmücken sich gerne mit dem Namen

Ein ortsansässiger Motorrad-Club schmückt sich mit dem beziehungsreichen Namen „Wasserbüffel“, während die „Wassermänner On Tour“ mehrtägige Fahrradtouren deutschlandweit unternehmen. In den einst erfolgreicheren Fußballspielrunden der hiesigen Turn- und Sportgemeinde informiert „Der Wassermann“ zu den Heimspielen. Einige Vereinslogos beinhalten das inoffizielle Biskirchener Wappen mit einem Springbrunnen, der symbolisch für die staatlich anerkannten Heilquellen steht.


Geschichtliches zur heimischen Brunnenindustrie

Zu deren Historie sei angemerkt, dass der heutige „Gertrudisbrunnen“, das Wahrzeichen von Biskirchen, bereits im Jahre 1601 als „Wilder Brunnen“ und ab 1883 nach der am Altenberg (bei Oberbiel) ansässigen „Gertrudis“, Tochter der Heiligen Elisabeth, benannt wird. Zwischen 1874 und 1966 wurde der Gertrudisbrunnen wirtschaftlich zur Herstellung von Erfrischungsgetränken genutzt. Der 1906 von der Fürst-zu-Solms-Braunfelsischen Verwaltung des Gertrudisbrunnens erbohrte „Gertrudissprudel“ speist heute das Thermalbewegungsbad des Parkinson-Zentrums „Gertrudisklinik“.

1895 entdeckte der Biskirchener Bauunternehmer Peter Neuhof die „St. Georgs-Quelle“ (unter August v. Rottkay und zuletzt Karl Georg Broll bis 1919 in Betrieb) und ein Jahr später der Katasterkontrolleur Karl Ferdinand Broll den „Karlssprudel“, der damals werbewirksam mit „nahe der Selterser Grenze“ angepriesen  wurde. Dazu gesellten sich in den letzten Jahrzehnten die neuerbohrten Mineralbrunnen „Westerwaldquelle“, „Lahnfelsquelle“ und „Biski-Quelle“.

In unmittelbarer Nachbarschaft, im ebenso quellenreichen Selters, befindet sich das heute zum Nestle-Konzern  gehörende „Neuselters“.


Im “Biskirchener Heimatlied“ besungen

Die Mineralquellen im sogenannten Leuner oder Löhnberger Becken sind eine geologische Besonderheit und haben wesentlich dazu beigetragen, dass Biskirchen seit fast vier Jahrzehnten das Prädikat „staatlich anerkannter Erholungsort“ inne hat.

Mit nicht weniger Stolz schrieb der Heimatdichter Friedrich Zutt (1899-1988) in seinem „Biskirchener Heimatlied“ unter anderem die Zeilen:

„Von Heilquellen du genesen, Weltenruf ist eigen dein,

dir ist die Schöpfung hold gewesen, Biskirchen du Oase mein.“




Abbildung:

Ansichtskarte von Biskirchen von etwa 1950 – „Heilkraft aus hessischer Erde!“

Sie zeigt das vor genau hundert Jahren fertiggestellte Betriebsgebäude des „Karlssprudels“ und die im April 1990 abgerissene ehemalige Verwaltung des „Gertrudisbrunnens“

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